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Abschlussveranstaltung von WohnGewinn Neumarkt

WohnGewinn hat gezeigt, was möglich ist – und gleichzeitig schonungslos offengelegt, was schiefläuft.

Das Projekt hat Menschen mit Behinderung konkret bei der Wohnungssuche unterstützt: persönlich, praktisch, wirksam.

 

Gleichzeitig wurde deutlich: Der Wohnungsmarkt in Neumarkt ist strukturell krank.

WohnGewinn hat gezeigt, was möglich ist – und gleichzeitig schonungslos offengelegt, was schiefläuft.
Das Projekt hat Menschen mit Behinderung konkret bei der Wohnungssuche unterstützt: persönlich, praktisch, wirksam. Instrumente wie der Mietführerschein sind dabei nicht nur sinnvoll, sondern ein echtes Zukunftsmodell – weit über die Zielgruppe hinaus. Genau solche Ansätze könnten problemlos über Stadtteilarbeit, Bürgerhaus oder soziale Zentren weitergeführt werden.

Gleichzeitig wurde deutlich: Der Wohnungsmarkt in Neumarkt ist strukturell krank.
Es wird zu wenig gebaut, Mieten sind zu hoch, gemeinwohlorientierte Vermieter*innen sind die Ausnahme. WohnGewinn wollte diese Lücke schließen – und hat das mit viel Engagement teilweise geschafft. Aber genau hier liegt das Problem.

In einer reichen Stadt wie Neumarkt, in einem Bundesland, das sich ständig selbst versichert, wie gut es uns doch geht, darf soziale Grundversorgung nicht vom Aufopfern weniger Engagierter abhängen. Dass im Abschlussgespräch erneut sichtbar wurde, wie stark wir auf einzelne Unterstützer*innen angewiesen sind, ist kein Erfolg – es ist ein politisches Armutszeugnis.

Die ausweichenden, vagen und wenig verbindlichen Aussagen aus Politik und Wirtschaft bestätigen leider den Eindruck: Wohnen – und insbesondere soziales Wohnen – hat noch immer nicht den Stellenwert, den es bräuchte. Systemische Probleme werden nicht gelöst, sondern verwaltet. Und das auf dem Rücken derjenigen, die ohnehin schon benachteiligt sind.

Für uns ist klar: Das muss sich ändern.
Seit Jahren fordern wir genau das, was WohnGewinn praktisch erprobt hat:
– mehr kommunalen und sozialen Wohnungsbau
– Verlässliche Strukturen statt Projektlogik
– Die dauerhafte Einbindung und Weiterführung erfolgreicher Initiativen wie WohnGewinn
– Sichere Finanzierung statt jährlichem Zittern
– Nutzung und Weitergabe des aufgebauten Wissens

Wer es ernst meint mit sozialer Teilhabe, darf Projekte wie WohnGewinn nicht auslaufen lassen.
Gemeinwohl braucht Verbindlichkeit – keine Sonntagsreden.

Gegen soziale Kälte.
Für alle ein gutes Leben.

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