Wald, Wasser, Wissen: Waldspaziergang der Linken stößt auf reges Interesse
Klimawandel, Waldumbau und die Frage, wie viel Holz wir eigentlich brauchen und wie viel der Wald verträgt – das waren die großen Themen beim diesjährigen Waldspaziergang, zu dem der Kreisverband Die Linke Neumarkt am 18. September eingeladen hatte. Sieben Interessierte machten sich auf den Weg zum Wanderparkplatz bei Beckenhof, um gemeinsam mit Harald Schiller und Michael Sturm von den Bayerischen Staatsforsten mehr über die Bewirtschaftung des bayerischen Staatswaldes zu erfahren – beide waren schon bei der ersten Auflage des Spaziergangs 2023 dabei und führten wieder kenntnisreich durch den Forstbetrieb Allersberg.
Klimawandel, Waldumbau und die Frage, wie viel Holz wir eigentlich brauchen und wie viel der Wald verträgt – das waren die großen Themen beim diesjährigen Waldspaziergang, zu dem der Kreisverband Die Linke Neumarkt am 18. September eingeladen hatte. Sieben Interessierte machten sich auf den Weg zum Wanderparkplatz bei Beckenhof, um gemeinsam mit Harald Schiller und Michael Sturm von den Bayerischen Staatsforsten mehr über die Bewirtschaftung des bayerischen Staatswaldes zu erfahren – beide waren schon bei der ersten Auflage des Spaziergangs 2023 dabei und führten wieder kenntnisreich durch den Forstbetrieb Allersberg.
Der Waldspaziergang ist längst mehr als ein netter Ausflug ins Grüne. Er ist ein offenes Bildungsangebot, bei dem Fachwissen aus erster Hand vermittelt wird, ganz ohne Fachchinesisch und ohne Frontalvortrag – direkt zwischen den Bäumen, an konkreten Beispielen vor Ort.
Harald Schiller, Leiter des Forstbetriebs Allersberg, erklärte zunächst, wie der bayerische Staatswald aufgebaut ist: Laut aktueller Bundeswaldinventur umfasst Bayern rund 2,6 Millionen Hektar Wald, davon liegen etwa 800.000 Hektar – knapp ein Drittel – in staatlicher Hand. Bewirtschaftet werden sie von 41 Forstbetrieben mit zusammen rund 2.500 Beschäftigten. Auch hier macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar, trotz eines vielseitigen und zukunftsträchtigen Berufsfelds.
Für die Mitarbeiter:innen vor Ort ist Naturschutz kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Praxis: Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern, das bewusste Liegenlassen von Totholz als Lebensraum und der Erhalt von Naturwäldern gehören für sie ebenso zum Alltag wie die wirtschaftliche Seite der Waldbewirtschaftung. Ein besonders anschauliches Beispiel dafür lieferte die Gruppe unterwegs selbst: Durch das gezielte Blockieren alter Entwässerungsgräben entstehen im Forstbetrieb nach und nach wieder Moore und Feuchtwiesen – wichtige Rückzugsräume für viele bedrohte Arten. Dass so ein Wiedervernässungsprojekt aber auch schiefgehen kann, zeigte sich an einem entstandenen Teich: Dort waren Goldfische ausgesetzt worden – für die heimische Amphibienwelt, die in solchen Gewässern eigentlich laichen sollte, ein echtes Problem.
Wie komplex das Zusammenspiel von Klimaschutz, Holznutzung und Naturschutz ist, wurde auch beim Thema CO2 deutlich: Der Wald kann nur eine begrenzte, von Fläche und Baumart abhängige Menge speichern und gibt teils sogar wieder welches ab – eine ungebremste Ausdehnung stößt zudem schnell an die Grenzen von Naturschutzflächen und landwirtschaftlich genutzten Gebieten.
Sehr praxisnah wurde es, als Michael Sturm vorführte, wie eine Waldinventur abläuft: Mit Kompass, Ultraschall-Entfernungsmesser, Tablet und Kluppe zur Stammdurchmesser-Messung wird alle zehn Jahre erfasst, wie viel Holz im Wald tatsächlich steht – und wie viel davon überhaupt genutzt werden kann. „Ich zähle dann Bäume", erklärte Sturm augenzwinkernd, bevor er zeigte, wie viel Erfahrung und Technik tatsächlich dahinterstecken.
Am Ende gab es viel Applaus und noch mehr Gesprächsbedarf – ein schönes Zeichen dafür, dass solche Formate ankommen. Die Linke Neumarkt freut sich über das Interesse und plant, den Waldspaziergang auch künftig anzubieten. Wer selbst Lust auf mehr solcher Bildungsangebote hat oder Ideen für weitere Themen mitbringt, darf sich gerne unter info@die-linke-neumarkt.de melden.

