Es brennt im Schulsystem

Es brennt im Schulsystem

Beitrag vom 20. März 2025


Seit einiger Zeit verschärft sich der Ton in der Gesellschaft und diejenigen, die am lautesten sind und die einfachsten Lösungen propagieren, werden auch am Meisten gehört und Ihnen wird blind zugestimmt. Dabei sind die einfachsten Lösungen nicht immer die Richtigen. Im folgenden Fall ist es etwas komplizierter, als der Lösungsvorschlag „Grenzen dicht machen“ wird der Komplexität des Problems nicht gerecht.

Es geht um das aktuelle überlastete Schulsystem und wie Schulen mit einem hohen Aufkommen ausländischer Kinder zurechtkommen müssen.

Das Schulsystem im Allgemeinen ist schon länger belastet und es hätten schon früher Schritte unternommen werden müssen. Dies zeigt sich auch in der aktuellen PISA-Studie, bei der Deutschland Platz 25 belegt. Es muss endlich ein Umdenken erfolgen – weitere Kürzungen und Schuldenbremse sind hierbei keine Hilfe sondern ein Problem. Hier braucht es massive Geldinvestitionen von denen wirklich alle profitieren.

Abschiebungen und geschlossene Grenzen verschärfen die allgemeine Situation.

Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht benötigen wir auf lange Sicht Nachwuchsfachkräfte (auch als Lehrer*innen und Erzieher*innen)  sondern auch kulturell gesehen, bereichern uns andere Kulturen auf vielerlei Hinsicht. Dazu benötigt es eine gute Integration auf allen Ebenen, auch in der Schule.  Zudem gilt das Recht auf Asyl, Artikel  18 und 19 der Charta der Grundrechte der EU.

 

Wir als Linke möchten deshalb kurzfristige, mittelfristige sowie langfristige Lösungen aufzeigen, wie eine Entlastung unseres Schulsystems vonstattengehen könnte und sich die Situation in Schulen mit hohem Anteil ausländischer Kinder entschärfen kann.

Kurzfristige Lösungen:

Eine gute Sozialpolitik steht hier im Vordergrund - diese kostet Geld. Geld, welches allerdings sehr  gut investiert ist, nicht nur in unsere Zukunft, sondern auch um unsere derzeitige Situation zu entschärfen.

Ein möglicher Lösungsweg wäre, dass wir vorerst an Schulen, bei denen Bedarf besteht,  zusätzliches Personal anstellen und einen ähnlichen Weg wie in den Montessori Schulen gehen. Eine Lehrkraft alleine kann nicht auf alle Schüler*innen  einer großen Klasse eingehen. Einige werden automatisch vernachlässigt. Eltern machen sich sorgen, dass der Übergang auf andere Schulen hierdurch gefährdet wird. Durch mehr Personal sei es Lehrkräfte, Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen oder Hilfslehrer*innen in einer Klasse wie in Montessori Schulen, kann besser auf alle eingegangen werden und auch Inklusion lässt sich hiermit gut mit einbinden.

Ein guter Gedanke wäre, das Angebot wie Nachhilfe in Deutsch und Angebote für Kinder z. B. durch den KjR mit mehr Geldern für mehr Personal weiter aus zu bauen.

Mittelfristige Lösungen:

Lehrer*innenmangel beheben!

Wie in anderen Bereichen auch merkt man die deutlichen Auswirkungen der Babyboomer, die jetzt in Rente oder Pension gehen und nicht genügend Studierende nachkommen. Zudem verstärken andere Faktoren, wie eine Ausstellung über die Sommerferien und eine Ungewissheit, an welchen Ort man als Lehrkraft versetzt wird und eine ungleiche Bezahlung das Problem zusätzlich.

Hier muss dringend etwas getan werden.

Die Studieninhalte müssen zudem besser auf das künftige Einsatzfeld angepasst werden. Es sollte geprüft werden, ob eine (Wieder-) Einrichtung von pädagogischen Hochschulen, die die Ausbildung von Lehrkräften aller Schulformen beinhaltet, die Quote der Absolvent*innen erhöhen kann.

Langfristige Lösungen:

Ein Blick nach Finnland zeigt uns, es kann auch anders gehen und funktionieren. Ein paar kurze Einblicke in das dortige Bildungssystem:

Eine kostenfreie kommunale Beratungsstelle (Neuvola) begleitet und berät dort Schwangere und stellt eine Erstausstattung für Neugeborene, leistet regelmäßige Untersuchungen der Babys und Kleinkinder und berät und unterstützt durch Dienstleistungen bei gesundheitlichen Problemen in der Familie.

Seit 1996 gibt es das Recht auf einen Kita-Platz nach dem Mutterschutz, für den gestaffelte Beträge (bis max. 295€) gezahlt werden.

Für die frühkindliche Bildung gibt es einen nationalen Rahmenplan und auch der Betreuungsschlüssel (1:4 für unter Dreijährige und 1:7 für über Dreijährige) ist landesweit festgelegt.

Vor der Einschulung in die Gemeinschaftsschule besuchen finnische Kinder verpflichtend die Vorschule, die inklusive Verpflegung kostenlos ist. Hier soll Lernen spielerisch erlernt und Lernschwierigkeiten frühzeitig begegnet werden.

Im Anschluss besuchen finnische Kinder eine Gemeinschaftsschule bis zur 9. Klasse.

In den Klassen 1-6 werden die Kinder in der Regel in allen Fächern der/dem Klassenlehrer*in unterrichtet. Noten werden spätestens ab der 4. Klasse vergeben. Mehrsprachigkeit ist ein hohes Gut an finnischen Schulen. Ab Klasse 7 werden die Jugendlichen durch Fachlehrer*innen in Fachräumen unterrichtet.

Nach der Klasse 9 trennen sich die Wege: die einen in eine berufliche oder schulische Ausbildung, die anderen verbleiben im gymnasialen Zweig der Bildung (ca. 60% eine Jahrgangs). Im Anschluss an den beruflichen Zweig ist der Besuch einer Hochschule oder Universität möglich.

In ganz Finnland ist das Bildungssystem kostenlos inklusive Mittagessen und Lernmaterialien wie Bücher, Hefte und Stiften. Zudem sind Schulen sehr gut ausgestattet und verfügen über Förderpersonal und Schullaufberater*innen. Es gibt ein dreistufiges Fördersystem für Schüler*innen mit besonderen Bedarfen und eine Lernbetreuung, die auch bei finanziellen und psychischen Problemen berät.

Ebenso wichtig ist eine regelmäßige und umfängliche Kooperation mit den Eltern, die aktuell über eine App unterstützt wird.

Dieses Bildungssystem sichert einen gleichwertigen Zugang zu hochwertiger Bildung und Ausbildung ALLER Menschen.

Als Linke fordern wir deshalb:

  • 58 Milliarden Euro pro Jahr um Kitas auszubauen, Schulen zu sanieren, um flächendeckende Ganztagsbetreuung anbieten zu können und eine bessere Inklusion zu ermöglichen und um deutlich mehr Personal einstellen zu können.
  • Wie in Finnland wollen wir Gemeinschaftsschulen, an denen Kinder länger gemeinsam lernen können und dies die Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss ermöglicht.
  • Wir brauchen zudem 200 000 Erzieher*innen mehr und einen besseren Betreuungsschlüssel, sowie 100 000 mehr Lehrkräfte.
  • Kitas müssen gebührenfrei werden und Lernmaterial muss kostenlos sein, sowie ein tägliches warmes Essen für alle Kinder.

Derzeit ist Bildungspolitik noch Ländersache. Trotzdem müssen Bund und Länder zusammen arbeiten. Wir wollen Bildung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern und das Kooperationsverbot komplett aufheben.

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